Freiburg alte UB 

Album Freiburg alte UB
Universitätsbibliothek Freiburg - Altbau ("Schäfer-Bau")

Informationen zur Bibliothek
Die ersten Bücherbestände der im Jahre 1457 gegründeten Universität Freiburg sind im späteren 15. Jh. nachweisbar, die Bestände wuchsen in den ersten beiden Jahrhunderten der Universität nur langsam.
Nach der Aufhebung des Jesuitenordens im Jahre 1773 war deren bisheriges Gymnasium Academicum in der Bertoldstraße der Universität zugefallen, die es fortan für ihre Bibliothek nutzte. In den alten Festsaal baute man eine Galerie ein und machte ihn so zu einer Saalbibliothek, wie sie im 18. Jh. üblich war, s. die Abb. bei Kalchthaler, S. 61. (Weitere Beispiele: Album 04 Barock und Rokoko sowie Album 05 Frühklassizismus.) Das historische Gebäude an der Bertoldstraße ist im Zweiten Weltkrieg zerstört und später nicht wieder aufgebaut worden.
Die Bücherbestände wuchsen durch Übernahme säkularisierter Klosterbibliotheken schon in der Zeit der josephinischen Klosteraufhebungen in den 1780er-Jahren (Freiburg gehörte zu Vorderösterreich!), nach der allgemeinen Säkularisation von 1803 durch weitere Übernahmen. Im Laufe des 19. Jh. wuchs die UB Freiburg wie die übrigen wissenschaftlichen Universalbibliotheken Europas so stark an, dass in dem Gebäude an der Bertoldstraße völlig unhaltbare Zustände entstanden; die Errichtung eines Neubaus war, wie andernorts, unabweisbar geworden. Die wiederholten Eingaben des lange amtierenden Oberbibliothekars Julius Steup (1872-1912) hatten schließlich Erfolg.
Der Neubau wurde von 1897 an nach Plänen des an der Technischen Hochschule Karlsruhe lehrenden Architekten Carl Schäfer errichtet; zum WS 1902/03 zog die Bibliothek ins neue Gebäude ein. Der Bibliotheksbau, der in seinem Äußeren gotische Bauformen zeigt, ist ein typisches Beispiel eines zur Schau gestellten Historismus. Selbst Zeitgenossen, denen das historisierende Bauen geläufig war, beanstandeten, dass "das Schwergewicht auf die prunkvolle Ausstattung der Fassade" gelegt worden sei, "die technische Brauchbarkeit" müsse hingegen "unbedingt vorgehen" (ZfB 26. 1909, S. 389). Heute sieht man das - unter städtebaulichem Gesichtspunkt - freilich in einem milderen Licht.
Schon bald nach der Fertigstellung des Schäfer-Baus wurde das Kollegiengebäude, eines der herausragenden Bauwerke des Jugendstils in Baden, mit der dem Johannes-Evangelium entnommenen Inschrift
"Die Wahrheit wird euch frei machen"
errichtet (Bilder 01 und 03); so ist ein für die vorletzte Jahrhundertwende höchst charakteristischer Universitätskomplex entstanden.
Der Schäferbau wurde durch einen Bombenangriff am 27. November 1944 stark beschädigt, in den Jahren 1956 - 1959 wieder aufgebaut.

Die UB Freiburg ist erst im Jahre 1978 in einen der alten Bibliothek gegenüber liegenden modernen Neubau gezogen, das alte Bibliotheksgebäude ist innen umgebaut worden und wird seither von der Universität anderweitig genutzt.

Heutiger Bestand der UB Freiburg: 3½ Mio. ME.

Karasch, Angela: Der Carl-Schäfer-Bau der Universitätsbibliothek Freiburg (1895-1903). - Freiburg i.Brsg. : Univ.-Bibl., 1985. - II, 195 S. : Ill. - (Schriften der Universitätsbibliothek Freiburg i.Brsg. ; 9)
[ auch: www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/794/ ]

Kalchthaler, Peter: Freiburg und seine Bauten : e. kunsthistor. Stadtrundgang. - 4., neu bearb. Aufl. - Freiburg : Promo Verl., 2006. - 272 S. : zahlr. Ill., Pläne, Grundrisse. - ISBN 3-923288-45-X

Internet: www.ub.uni-freiburg.de

Kontakt: Universitätsbibliothek Freiburg, Werthmannplatz 2,
D - 79098 Freiburg im Breisgau

alte UB Freiburg 01
alte UB Freiburg 01
Betrachtet: 1965 Mal

alte UB Freiburg 02
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alte UB Freiburg 03
alte UB Freiburg 03
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